Hotel Zeise 1

Die denkmalgeschützte Halle einer ehemaligen Fabrik für Schiffsschrauben steht aktuell leer, und wartet auf einen neuen Nutzer. Für die Inhaber des Hotels “Das kleine Schwarze – Hotel für Mensch und Kunst” wurde ein Konzept für ein besonderes Hotel innerhalb der Halle Zeise 1 entwickelt. Die Halle wird bis auf die ursprünglichen Bestandteile zurückgebaut, Zwischendecken und Einbauten der vorherigen Nutzungen werden entfernt. Durch grossflächige Öffnung der Dachflächen entsteht ein lichtdurchfluteter Innenraum der Halle. Die Anordnung der ca. 40 Gasträume erfolgt in Form von frei in die Halle eingestellten Zellen. Die gemauerten Aussenwände der denkmalgeschützten Halle werden von Einbauten freigehalten, und durch Begrünung und durch den Lichteinfall von oben zu einer atmosphärische Kulisse in der Art eines Innenhofes. Zu diesem Zwischenklima orientieren sich auch die einzelnen Zimmer. Im bis zur Dachfläche offenen Bereich an der Eingangsfassade sind Gastronomieflächen vorgesehen, die auch unabhängig von der Nutzung des Hotels betrieben werden können. Die denkmalgeschützte Halle Zeise 1 öffnet sich auf diese Weise in zentraler Lage mit neuer Nutzung einer grossen Öffentlichkeit, und bleibt trotz der erforderlichen Einbauten in seinem ursprünglichen Charakter erhalten.


Erweiterung der Kunsthochschule Kassel
(Wettbewerb, engere Wahl)

Der KunstRaum ist als einfacher kompakter Kubus mit einem stützenfreien Innenraum konzipiert. Durch ein flexibles Stellwandsystem kann er auf die jeweilige Nutzung als Ausstellungslabor und Experimentierraum optimal angepasst werden. Zum Park öffnet sich die Halle mit einem großen Tor, das in den Baukörper eingerückt ist, so dass ein überdachter Vorbereich entsteht. Weit geöffnet wird das durch seine vertikalen und horizontalen Faltungen multifunktionale Tor zum Schaufenster mit Bar und Tresen.
Die den Innenhof prägenden Eichen, als Teil des Projektes 7000 Eichen von Joseph Beuys, werden auch zur stimmungsvollen Kulisse für den Kunst-Raum. Durch Einsatz von transluzenten Fassaden werden Bezüge zwischen Aussen und Innen ermöglicht, ohne die Konzentriertheit des Innenraumes zu beeinträchtigen.
Eindrücke von Außen werden gefiltert, bleiben aber auch im Gebäudeinneren schemenhaft erkennbar. Auf den transluzenten Fassaden entsteht ein lebhaftes Licht- und Schattenspiel, das Neugier weckt, und die besondere Lage des Erweiterungsbaus auch im Inneren spürbar macht.
Nach Norden ausgerichtete Oberlichter zusätzliches Licht in die Tiefe des Raumes.
Die künstliche Beleuchtung mit wartungsarmen und energieeffizienten LEDs ist ebenfalls in den Ausschnitten der Oberlichter angeordnet und sorgt bei Ausstellungen für eine flexible und gezielte Ausleuchtung der Objekte.


Anbau an denkmalgeschützes Einfamilienhaus Hamburg

Die Bauherrenfamilie lebt in einem denkmalgeschützten, freistehenden Haus in Hamburg Bergstedt. Die Sanierung des bestehenden Wohngebäudes hat die Familie denkmalgerecht durchgeführt. Ein nicht-bauzeitlicher Anbau, der vom Vorbesitzer errichtet worden ist, beeinträchtigt die ursprüngliche Gebäudekubatur, ohne tatsächlich ausreichenden, zusätzlichen Platz zu bieten. Das Haus ist nicht unterkellert und bietet nur wenig Stauraum und wird nicht mehr dem gesteigerten Flächenbedarf der Familie gerecht. Dem Wunsch nach einer Erweiterung des Gebäudes stehen die hohen baurechtlichen und denkmalrelevanten Auflagen entgegen. Es galt einen grossen Anbau zu realisieren, ohne das Grundstück und das denkmalgeschützte Gebäude zu beeinträchtigen.
Der Neubau wird in das Gelände eingegraben. Dadurch wird er in seiner Außenwirkung deutlich im Volumen reduziert. Oberhalb des Geländes verbleibt die komplett verglaste “immaterielle” Fassade. Die Attikaoberkante des Neubaus bleibt unterhalb der Traufe des bestehenden Gebäudes, so dass das bestehende Schleppdach vollständig erhalten bleiben kann.
Im Innenraum entsteht ein heller, grosszügiger Raum, dessen Fensterbrüstung mit der Geländeoberkante abschliesst. Obwohl die klare, reduzierte Formensprache des Anbaus, sowie seine harten und rohen Beton- und Glasoberflächen in deutlichemKontrast zu dem kleinteiligen, pittoresken, denkmalgeschützten Hauptgebäude steht, bilden beide zusammen ein harmonische Ensemble


Foto: Michael Pfisterer


Foto: Michael Pfisterer


Foto: Michael Pfisterer


Foto: Michael Pfisterer


Foto: Michael Pfisterer


Müllerhaus Metzerstrasse Berlin

Als der Müllermeister Hermann sein Wohnhaus 1844 errichtete standen auf dem Prenzlauer Berg nur einzelne Mühlen. Heute steht es als Hinterhaus, der größtenteils gründerzeitlichen Bebauung mit Blick auf die später errichtete Bötzow Brauerei und den Fernsehturm. Der denkmalgeschützte Bau, der zuletzt für behördliche Nutzung umgebaut wurde und seit einigen Jahren leer steht, soll saniert und wieder als Wohnhaus für eine Familie mit zwei Kindern nutzbar gemacht werden.
Durch die zahlreichen Nutzungswechsel und Umbauten sowie durch Leerstand hat die Bausubstanz stark gelitten.
Bei der Sanierung des Müllerhauses sollen vorhandene historische Elemente erhalten und verlorengegangene Bestandteile zeitgemäß aufgegriffen werden, um den historischen Charakter und Charme des Hauses wieder herzustellen.
Im Inneren des Gebäudes wurden im Zuge der Umbauten alle historischen Elemente entfernt (z.B. Türen, Fenster, Stuck etc.) oder zerstört (z.B. Dielen, Deckenbalken etc.). Für eine denkmalgerechte Sanierung ist deshalb die erhaltene Fassadengliederung besonders wichtig. Das Dach wird in der ursprünglichen Form erneuert. Der Außenputz wird durch eine freie Interpretation der Pläne von 1844 erneuert.
Mit diesen Sanierungsmaßnahmen werden die Besonderheiten und die Geschichte des ehemaligen Müllerhauses wieder sichtbar gemachtDurch das Zusammenspiel von Vergangenheit und Gegenwart wird ein lebendiger Ort entstehen, der sowohl den zeitgemäßen Nutzungsanforderungen als auch den Anforderungen der Denkmalpflege gerecht wird.


Holzhaus für effplan in Jübek
in Zusammenarbeit mit Jehann Brunk

Das geplante freistehende Büro- und Wohngebäude liegt in Jübek zwischen einer Gärtnerei und einem Einfamilienhaus. Die langestreckte 1049m² große Grundstücksfläche grenzt mit seiner Schmalseite südlich direkt an die Große Strasse. Der Neubau ist giebelständig Richtung Strasse ausgerichtet, wobei sich der der offene Giebel etwas nach Südosten dreht um in der Mitte des Gebäudes einen zentralen Eingangsbereich Platz zu bilden.
In der Höhe orientiert sich das eingeschossige Haus an der umgebenden Bebauung. Das Haus ist so konzipiert, dass es sowohl für ein Büro mit 10 Mitarbeitern als auch als Wohnhaus funktioniert.
Das Haus gliedert sich in einen südlichen hohen Arbeits/ bzw. Wohn- und Essbereich und einen nördlichen Bereich mit einem Dachgeschoß mit Küche, Bädern Besprechungs / bzw. Arbeits und Schlafräumen.
Die einfache Kubatur des Hauses entspricht einem urtypischen Hausform mit Satteldach, die seitlich bis auf wenige Fenster weitgehend geschlossen bleibt, sich dafür an den Giebelseiten und im in dem mittleren Eingangsbereich durch einen leichten Knick großflächig öffnet.