Van Melle Park – Gipsabguss-Sammlung

Der von Melle Platz als zentraler Platz des Campus der Universität ist als solcher derzeit kaum wahrnehmbar. Gleichzeitig sucht das archäologische Institut Räumlichenkeiten für die seit langem nur provisorisch untergebrachten Gipsabgüsse. Die Idee der Konzeptstudie ist es, den leichten Höhenversprung in der Platzfläche aufzugreifen und zu einer starken Geste weiterzuentwickeln, die zum einen den Platz räumlich klar gliedert und gleichzeitig einen Raum für die Gipsabgüsse schafft. Durch Anheben des Geländes an dieser Stelle könnten mit einer Maßnahme gleichzeitig verschiedene Qualitäten erreichen werden.
1) Richtung Audimax entsteht ein richtiger Park, der als Treffpunkt, für die Mittagspause in der Sonne, sowie als ideale Plattform für größere Open-Air Veranstaltungen genutzt werden kann. Sitzsteine laden ein, sich dort auszuruhen, zu lernen und sich zu treffen. In einem weiteren Bereich könnten Hochbeete die Fläche gliedern und beleben.
2) Richtung Westen entsteht ein urbaner Platz, der als städtischer Raum eine klare räumliche Begrenzung nach allen Seiten bildet, und durch eine Nutzung als Marktplatz auch die Nachbarschaft des Grindel-Viertels einbindet.
3) Unter dem Park entsteht ein Raum für die Gipsabguss-Sammlung, in dem mit den antiken Skulpturen gearbeitet werden kann. Der robuste Raum ist gleichzeitig auch Werkstattraum und soll neben der Unterbringung der Gipsabgüsse auch für andere Veranstaltungen genutzt werden können. Ein zusätzlicher Seminarraum mit kleiner Küche, sowie die barrierefreien Toillettenanlagen stehen für den gesamten Campus, auch unabhängig von der Gipsabgusssammlung offen.
Mit dieser Maßnahme können die Aufenthaltsqualitäten auf dem von Melle Park erheblich verbessert und bereichert werden und der Platz als wieder als Mittelpunkt der Universität wahrgenommen werden.



Bibliothek der Hochschule für bildende Künste Hamburg

in Kooperation mit Jesko Fezer und Glen Oliver Löw

Die Bibliothek der Hochschule für bildende Künste, zuhause im 1912 errichteten Fritz-Schumacher Bau, nach diversen kleineren Ergänzungs- und Umbaumaßnahmen mehr Bücherlager als Aufenthaltsraum, sollte inhaltlich und räumlich weiterentwickelt werden.
Im Lesesaal wurde durch horizontale und vertikale Erweiterung der eingelassenen Regale an den Aussenwänden zusätzlicher Raum für die Bücher gewonnen, so dass die ganze Fläche des Raumes genutzt werden kann. Die großen bauzeitlichen Tische wurden als Arbeitsplätze erhalten und in Zusammenarbeit mit Prof. Jesko Fezer und Prof. Glen Oliver Löw, die an der HFBK Experimentelles Design und Produktdesign lehren, modifiziert und durch weitere Möbel ergänzt, die sich in Format und Materialität an ihnen orientieren. Ein Tisch wurde zum Empfang, ein weiterer zum Display des Material-Verlags. Glastische präsentieren übersichtlich den Zeitschriftenbestand, großzügige Sofas und niedrige Tische lassen unterschiedliche Sitz- und Liegepositionen zu. Durch den Rückbau der Abhangdecke und der Freilegung der dahinter liegenden Tragkonstruktion wird der Raum grosszügiger, der dunkle Anstrich der Decke und die niedrig hängenden Leuchten konzentrieren den Fokus auf die Höhe der Arbeitsebene.
Das bestehende Magazin sollte auch für Besucher geöffnet werden. Ein raumgreifendes, denkmalgeschütztes Stahlregal teilte das Magazin in zwei Ebenen und ließ es sehr dunkel erscheinen. Durch den Ersatz des Holzbodens der Galerie durch tragendes, bedrucktes Weißglas, konnte die Atmosphäre entscheidend verändert werden. In das Regalsystem wurden Tische und Sitzflächen integriert, die zusätzlich mehr Belichtung möglich machen. Sehr schlanke, linienförmige Leuchten betonen die filigrane Linearität des bestehenden Regals und weisen durch ihre futuristische Anmutung darüber hinaus. Entlang der Zwischenwand von Magazin und Lesesaal werden schmale Vitrinen angebracht, in denen erhaltene Mappen ehemaliger Schüler der HFBK angemessen präsentiert werden können.
Beide Räume stehen aufgrund Ihrer Materialität und Farbigkeit in einem starken Kontrast und erweitern die Idee des zusätzlichen Angebotes an unterschiedlichen Arbeitsplätzen durch die Schaffung unterschiedlicher Atmosphären.


Schulbau Potsdamer Strasse
(Wettbewerb, 1.Preis, fertiggestellt)

Durch den Neubau des Eingangsbebäudes der Grundschule Potsdamer Strasse werden die vorhandenen Gebäude, Wege und Plätze in ein neues Verhältnis zueinander gesetzt. Zentrale Fragen sind hierbei: wo fängt die Schule an, wo hört sie auf? Wie bewege ich mich auf die Schule zu, wie nehme ich Sie als Passant war, wie als Nutzer, als Lehrer, als Schüler oder als Elternteil? Durch die Positionierung des Nebaus in Verlängerung der bestehenden Bebauung an der Nord-West Seite erhält die Schule einen Vorplatz. Einen Bereich, der zwischen den öffentlichen Flächen der Strasse und Bürgersteige und dem Schulgelände vermittelt. Der so neu entstehende Vorplatz bindet die Schule stärker in ihr Umfeld ein, und definiert gleichzeitig subtil den Übergang zwischen Strassen- und Schulgelände.
Die bestehenden Schulgebäude stammen aus unterschiedlichen Zeiten und werden durch überdachte Gänge und ein Farb- und Materialkonzept mit warmen Farben und Backstein zusammen gehalten. Das Eingangsgebäude ergänzt als neuer Baustein die vorhandenen Gebäude, und ordnet sich als zweigeschossiges Gebäude in seine Umgebung ein. Das kompakte Volumen und die klare Organisation machen es sehr effizient. Durch die Verschiebung der beiden “gestapelten” Quader zueinander entsteht ein klares, selbstbewusste Eingangsgebäude. Der Eingangsbereich wird akzentuiert und zugleich geschützt, die Platzkante wird ausformuliert.
Im Erdgeschoss werden alle öffentlichen Bereiche direkt über den Eingangsbereich erschlossen. Der nicht einsehbare, interne Flur schafft einen ruhigen, zurückgezogenen Bereich für die Verwaltung. Das Sekretariat fungiert als Schnittstelle zwischen den Bereichen. Im Obergeschoss sind die Lehrerarbeits- und Konferenzplätze mit einem rückseitige Mitarbeiter-Balkon sowie das “Leseland” als Bibliothek und Aufenthaltsraum für die Schüler angeordnet. Die Bereiche können flexibel genutzt werden, und stehen so in Zeiten, in denen kein Unterricht stattfindet, als zusätzliche Aufenthaltsräume zur Verfügung.


Ein Haus für zwei Familien in Osnabrück

Das geplante Doppelhaus ist ein modernes Haus, das die zwei Familien in allen Lebenslagen unterstützen, fördern und anregen soll. Es ist im Passivhausstandard konzipiert, und geht durch den Einsatz von regenerativen Energien verantwortungsvoll mit den natürlichen Ressourcen um. Es versteht sich als eigenständiger Baustein mit positiver Ausstrahlung im nachbarschaftlichen Gefüge des neuen Wohnquartiers.
Durch seine Zweigeschossigkeit fügt sich das Gebäude harmonisch in die für diesen Bereich vorgesehene städtebauliche Bebauungsstruktur ein. Zur Straße bildet es durch die Kubatur des Obergeschosses einen gradlinigen Abschluss, während im Erdgeschoss durch Rücksprünge aus den Hauseingängen räumlich geschützte Vorbereiche werden, die Bewohner und Besucher mit einer einladenden Geste empfangen.
Den Charakter des Gebäudes prägen die Fensteröffnungen mit ihren abgeschrägten Laibungen, die den Ausblick durch die Fenster grosszügig rahmen, die Belichtung der dahinterliegenden Räume verbessern, und trotz der massiven Aussenwände einen nach Aussen offenen und einladenden Eindruck vermitteln. Die Geometrie der Öffnungen ist jeweils auf die dahinter liegende Nutzung zugeschnitten, was durch ein bewegtes Spiel der unterschiedlichen Formate die Fassade im Rhythmus der dahinter liegenden Nutzungen gliedert und belebt.
Das Erdgeschoss ist mit einem offenen, sich zum Garten hin öffnenden Grundriss konzipiert. Durch den Versatz der Baukörper untereinander entsteht für jede Familie eine räumlich geschützte Süd-West Ecke mit in Richtung des eigenen Gartens orientierter Terrasse.


Panasonic Playroom
in Kooperation mit Neutral Digital

Der Showroom im Airbus Customer Definition Center dient der Ausstellung der Panasonic Avionics In-flight Entertainment Systeme. Bestehende Wände, Boden- und Deckenbeläge mussten in ihrem Zustand erhalten bleiben. Es wird ein Raum im Raum Konzept umgesetzt, das in seinem Querschnitt an den Passagierraum eines Flugzeugs erinnert. Ausstellermodule an den Längsseiten des Raumes rahmen einen mittigen Korridor und Besprechungsplatz. Die gerundete Geometrie der seitlichen Ausstellungsflächen mit ihren hinterleuchteten Paneelen schaffen einen konzentrierten Ausstellungsraum, der die ausgestellten Displays kontrastiert und in den Vordergrund rückt. Eine Deckenunterspannung unterhalb der bestehenden Raster-Funktionsdecke erzeugt durch spezielle Lichtbehandlung einen abstrakten “Himmel”, der die Raum-im-Raum Ausstellung atmosphärisch prägt.
Neben der Konzeption der Ausstellermodule wurde ein flexibles Befestigungssystem entwickelt, das den Austausch der Einzelmonitore auf den gebogenen Paneelen aus satiniertem Plexiglas erlaubt. Desweiteren wurde ein Besprechungstisch konzipiert, der durch seine Geometrie die Position im Korridor einnimmt, ohne die Bewegung entlang der Ausstellerflächen einzuschränken, sowie ein Einzelmodul als Whiteboard-Element und zur Ausstellung der Peripheriegeräte.
Der Eingriff verwandelt den bestehenden Raum in einen atmosphärisch fast virtuellen Ausstellungsbereich, der durch gezielte Kontraste zwischen Be- und Hinterleuchtung, zwischen Ausstellerpaneel und Decke, die Raumgrenzen verschwimmen lässt, und den Fokus auf die ausgestellten Elemente lenkt.


Projektentwicklung Ansgaritor Bremen (Bieterverfahren)
zusammen mit Riethmüller, Architecture, Design, Consulting

Das in der Innenstadt von Bremen gelegene Ansgari Areal wird als städtebaulich integriertes Handelsquartier mit unterschiedlichen Nutzungsbausteinen entwickelt, das die Innenstadt als attraktiven Einzehlandelsstandort profiliert. Eine neue offene Stadtgasse entwickelt die vorhandenen Wegebeziehungen von der Loydpassage über den Hanseatenhof in das Quartier weiter. Der Einkaufsrundlauf wird durch einen kraftvollen Anziehungspunkt und durch eine hohe Durchlässigkeit des neuen Quartiers vervollständigt. Unterschiedliche Handelstypologien, sowie eine vielfältige Nutzungsmischung entwickeln auch nach Geschäftsschluss einen lebendigen urbanen Ort mit eigenständigem Charakter.
Die neue Architektur des Quartiers setzt mit seinen fünfgeschossigen Gebäuden moderne stadträumliche Akzente und entwickelt durch die Organisation der Baukörper ein engmaschiges Netz öffentlicher Räume zu den angrenzenden Lagen. Das Hotel am Ansgaritor wird dabei als markanter Hochpunkt das Entree zur Innenstadt weithin sichtbar betonen.
Das Stadtquartier bietet den Raum für die unterschiedlichsten Handelsstrukturen. Eine klassische Ladenstraße im basement vernetzt die einzelnen Geschäftshäuser und bietet zusammen mit einer unter dem Quartier durchgehenden Tiefgarage optimale Bedingungen der Erschließung. Dreigeschossige Geschäftshäuser ermöglichen die Ansiedlung großer Magnetbetriebe an der Ansgaritorstraße. Ein Arkadenumgang im 1. Obergeschoss schafft eine hohe Flexibilität in der baulichen Struktur für den gewünschten vielfältigen Einzelhandelsmix.
Unter Einbeziehung des bestehenden C&A Gebäudes entwickelt eine neue Passage die strukturelle Vernetzung des Quartiers zur Knochenhauerstraße und unterstützt den künftigen Einzelhandelsrundlauf der Bremer Innenstadt.
Es entstehen neue Wegeverbindungen und Bezüge zu den gewachsenen Handelslagen der Innenstadt. Die Ansgoritorstraße wird zur Fußgängerzone. Eine glasüberdachte Stadtgasse verbindet das Ansgaritor mit dem Hanseatenhof. Die neue Passage im C&A Gebäude vernetzt das Quartier zur Knochenhauerstraße und entwickelt hier neue Lagequalitäten.


Revitalisierung Hertie Immobilie Wolfenbüttel (Bieterverfahren)
zusammen mit Riethmüller, Architecture, Design, Consulting

Der Standort der im Zentrum der historischen Altstadt von Wolfenbüttel gelegenen Hertie Immobilie soll wieder einer neuen Nutzung zugeführt werden. Die besondere Lage zwischen Altstadt und historischem Schlossplatz fordert einen sensiblen Umgang mit der anstehenden Weiterentwicklung dieses Standortes. Das neue Geschäftshaus soll im westlichen Teil der Fußgängerzone wieder seine innerstädtische Magnetfunktion übernehmen und als neues Entree die Attraktivität der gewachsenen Handelslagen stärken.
Stadträumlich schließt der neue Baukörper den Platz nach Süden ab und entwickelt hier seine wichtigste Annoncierung als Geschäftshaus zur Innenstadt. Hierbei wird die verwinkelte Struktur der angrenzenden Krambuden als offene Passage in das Geschäftshaus weitergeführt und setzt damit die historische Stadtstruktur fort. Der neue Baukörper übersetzt mit seinen fein gegliederten Raumkanten an der Löwenstraße die vorhandenen Stadtkanten des Schlossplatzes zu der gewachsenen Struktur der Krambuden und übernimmt damit auch räumlich eine wichtige Bindegliedfunktion.
Die großen Handelsflächen werden mit einer vorgelagerten kleinteiligen Passagenstruktur an die Lauflagen der Fußgängerzone angebunden und entwickeln mit der offenen Struktur die Idee der Krambuden in das Gebäude hinein.
Der Neubau ist als moderner Baustein mit einem auf die Belange der historischen Altstadt abgestimmten Gesicht konzipiert. Die Fassaden nehmen die den Ort prägenden architektonischen Merkmale und Gliederungselemente auf, und interpretieren diese auf Basis heutiger Bauweisen auf eine zeitlose Art. Die Satteldächer der Baukörper sind traufständig zum Stadtraum organisiert. Die notwendigen stadträumlichen Akzente des Geschäftshauses werden gezielt über die Hochpunkte der Dächer gesetzt. Eingebunden in die Dachlandschaft sind die Außenflächen für Gastronomie und Kita in offenen Loggien organisiert. Hier dienen die eingeschnittenen Dachflächen den jeweiligen Nutzungen als Sonnensegel und Regenschutz und entwickeln dabei mit der Dachlandschaft für den Standort eine differenziert gegliederte Kubatur.